Schlosspark Maschinenteich

Schlosspark

Schlosspark – Maschinenteich & Dampfmaschine

Maschinenteich, Maschinenhaus und Umgebung

Der auffallend unpoetische Name dieses schönen Gebäudes und Teiches kommt vom ursprünglichen Verwendungszweck: Das Maschinenhaus war Aufstellungsort der ersten Watt'schen Dampfmaschine im damaligen Habsburgerreich und diese Tatsache übte eine enorme Faszination auf die Zeitgenossen aus. Der Teich wird als einziges Gewässer im Park von natürlichen Quellen gespeist und existiert seit alters her. Bereits in der Zeit des Rokokogartens (um 1750) war hier ein Teich, dessen Wasser mittels einer so genannten "Wassermaschine" durch Zugtiere in die höher gelegenen westlichen Parkteile gepumpt wurde und der Bewässerung des Gartens diente. Nachdem es im Zuge der Umwandlung des Rokokogartens in den Landschaftsgarten Probleme mit dieser "Wassermaschine" gegeben hatte, kaufte Fürst Nikolaus II. 1803 in London eine Dampfmaschine nach dem Watt'schen Patent, gefertigt von David Matson.  

 In der herrlichen Parkanlage befindet sich auch das Schwimmbad der Eisenstädter, das so genannte "Parkbad". Es wurde 1953 errichtet.

 

Die Dampfmaschine

Im Maschinenhaus, von Charles de Moreau auf dem Grundriss eines griechischen Kreuzes errichtet, wurde die Dampfmaschine schließlich 1804 aufgestellt.
Die malerische Szenerie ist durch Johann Baptist's Gemälde "Ansicht des Maschinenteiches" überliefert. Es zeigt ein durch Bäume gerahmtes Bild eines Sees mit Schwänen und einer Kapelle. Unterstrichen wird die fast andächtige Stimmung durch die "heroisch-feierlichen" Pappeln und "melancholischen" Trauerweiden.

Hinter dem Türmchen in der Mitte des Gebäudes versteckte sich aber der Schlot der Dampfmaschine. Im Kleid der "Kapelle" verbarg sich modernste Technologie, durch die Hülle "sakralisiert". Hier befand sich die in die Zukunft weisende Maschine, die den "Leben spendenden" Fluss des Wassers in Gang hielt. Die Maschine, keineswegs reiner Luxusgegenstand, weist den Garten als Experimentierfeld für technische Neuerungen aus, wo Wirkungsweise, Funktion und Effizienz dieser Maschine ohne größeres wirtschaftliches Risiko erprobt werden konnte.

Die Maschine symbolisiert so die damals wohl noch utopisch anmutende Zukunft des Industriezeitalters. Neben der Orangerie und ihren Pflanzensammlungen war die Dampfmaschine Gegenstand höchster Bewunderung der Zeitgenossen, wie überlieferte Berichte zeigen.