Historisches

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Die erste uns bekannte urkundliche Erwähnung Eisenstadts stammt aus dem Jahre 1264.

Die lateinische Urkunde spricht von einer "Capella sancti Martini de minore Mortin", also von einer Kapelle des heiligen Martin im "kleinen Martin", oder wie es später dann deutsch heißt "wenig Mertesdorff". Es war damals noch ein unbedeutendes Dörfchen, das wahrscheinlich nur aus der erwähnten Kapelle und einigen Häusern bestand.

Ende des 13. bis etwa Mitte des 14. Jhdts. ist Eisenstadt Besitz der Familie Gut-Keled und wird 1296 Mortunzzabou, 1300 Zabemortun genannt. In einer Urkunde des Königs Ludwig aus 1371 wird Eisenstadt als Bestandteil der Herrschaft Hornstein erwähnt. Ihre Besitzer, die Familie Kanizsai, ließen in diesem Jahr mit königlicher Erlaubnis den Ort ("villa seu oppidum Zabamortum") mit einer starken Mauer umgeben. Gleichzeitig bauten sie auch eine neue Burg hier und legten somit den Grundstein für die spätere Entwicklung der Stadt.

Auf Grund der Tatsache, dass der Ort mit einer starken Befestigungsmauer umgeben wurde und als uneinnehmbar galt, nannte man sie auch die "Eherne" oder die "Eiserne". Daher der Name Eisenstadt.

Die Stadt Eisenstadt liegt auf uraltem Siedlungsboden

Zahlreiche vorgeschichtliche Funde beweisen, dass der Burgstallberg bereits in der Hallstattzeit besiedelt war.
Später siedelten sich Kelten und Römer hier an.

Die einstige Römersiedlung Eisenstadt lag bei der heutigen Kaserne und hatte wie - zahlreiche Funde beweisen - beachtliche Ausdehnung. Das Gebiet wurde während der Zeit der Völkerwanderung Tummelplatz verschiedener germanischer Stämme und der Hunnen.

Bis 568 war das Gebiet von den Langobarden bevölkert. Danach lebten hier die Awaren. Während der karolingischen Ostmark (um 800) begann die bajuwarische Besiedelung, die nachdem die Ungarn geschlagen wurden, fortgesetzt wurde.

Zum ersten Mal scheint eine Siedlung 1118 als "castrum ferreum" in den Annalen auf. Die erste gesicherte schriftliche Erwähnung stammt aus dem Jahre 1264 als "minor Mortin". 1300 trug Eisenstadt den Namen "Zabemortun". Das Wort "zabe" bedeutet sicherlich "szabad" (=frei), was darauf hinweisen dürfte, dass "Mortun" (Klein-Martinsdorf) bereits gewisse Freiheiten besaß, also wahrscheinlich bereits Marktort war.

1373 wurde "Eysenstat" ein grundherrliches Stadtrecht verliehen

Das Marktrecht erhält Eisenstadt 1388. Zu dieser Zeit lässt die Familie Kanizsai den Ort mit einer starken Mauer umgeben und errichtet innerhalb dieser Begrenzung eine Wasserburg.

1440/45 verloren die Kanizsai Eisenstadt, es wird an Herzog Albrecht VI. verpfändet. Der Friede von Preßburg (1491) brachte Eisenstadt für fast 150 Jahre unter österreichische Verwaltung. Stadt und Herrschaft Eisenstadt wurden in den folgenden Jahrzehnten an verschiedene österreichische Adelsfamilien verpfändet.

1529 und 1532 besetzten die Türken auch Eisenstadt bei ihren Vorstößen gegen Wien. Die Stadtmauern wurden in den folgenden Jahren verstärkt und mit Bastionen bestückt.

1530 fand reformatorisches Gedankengut Eingang in die Stadt und Mitte des Jahrhunderts war die Mehrheit der Bürger lutherisch. 1585 erfolgte mit Hilfe des Wiener Hofes die Gegenreformation.

1589 vernichtete ein Brand den Großteil der Stadt. Mit der Verpfändung der Herrschaften Forchtenstein und Eisenstadt an Nikolaus Esterházy im Jahr 1622 taucht ein Name auf, der über drei Jahrhunderte das Schicksal der Stadt prägen sollte.

Als im Jahre 1648 die verpfändeten Gebiete in Westungarn wieder dem Kaiserreich einverleibt werden sollten, gelang es der Stadt mit ihrem Bürgermeister Paul Eisforth, sich durch die Bezahlung von 16.000 Gulden und der Lieferung von 3.000 Eimer Wein, im Wert von 9.000 Gulden, den Status einer königlichen Freistadt zu erkaufen. 1671 verlegten die Eisenstädter Juden ihre Wohnsitze in das ihnen zugewiesene Gebiet am Unterberg. Das Ghetto bildete hier eine selbständige Gemeinde. 1674 kam es zur Gründung des Spitals und 1701 wurde mit dem Bau der Bergkirche begonnen. Es siedelten sich dann dort Bauarbeiter an und bald folgten fürstliche Beamte und Künstler. Es entstand die Gemeinde Oberberg. 

1704 und 1706 besetzten die Kuruzzen Eisenstadt

Nach den verheerenden Bränden von 1768 und 1776 wurde das Stadtzentrum neu aufgebaut.

Die aufblühende Bürgerkultur widerspiegelte sich in der Gestaltung der 2- und 3-geschossigen Häuser mit teilweise noch spätgotischen Gewölben und barocken Fassaden, aber auch mittelalterlichen Bauelementen, wie Teilen der Stadtmauer und des Pulverturms, die sich harmonisch in die Stadtarchitektur einfügten, wobei die mächtige Wehrkirche zum hl. Martin sie weithin sichtbar überragt.

Dieses Stadtbild ist im Wesentlichen bis zum heutigen Tag erhalten geblieben.

1713 forderte eine Pestseuche zahlreiche Todesopfer, unter ihnen auch Fürst Paul Esterházy.

1761 mit der Bestellung von Joseph Haydn

1761 mit der Bestellung von Joseph Haydn zum Vizekapellmeister der Esterházyschen Hofkapelle begann in Eisenstadt ein Kapitel europäischer Musikkultur, die der Stadt weltweite Bekanntheit verschaffte.

Unter den Fürsten Nikolaus I. und Nikolaus II. erlebte die Stadt eine der strahlendsten Epochen ihrer Geschichte.

1809 wurde Eisenstadt von französischen Truppen besetzt.

1813 kam es zu einer Überschuldung des Fürstenhauses was zu Sparmaßnahmen zwang. So wurde auch die berühmte Hofkapelle aufgelöst und es endete die glänzende Hofhaltung der Fürsten Esterházy. Die stürmischen Ereignisse des Revolutionsjahres 1848 berührten Eisenstadt nur am Rande.

1853 wurde mit dem Bau der Kadettenschulanstalt am Rande von Eisenstadt begonnen.

1876 verlor Eisenstadt im Zuge der ungarischen Verfassungsreform alle alten Sonderrechte der Freistadt und wurde als "Stadt mit geregeltem Magistrat" der Komitatsverwaltung unterstellt.

1897 erhielt die Stadt durch den Bau einer Verbindungsbahn zwischen Ödenburg und Preßburg Anschluss an das Bahnnetz.

1918, nach dem Ende des 1. Weltkrieges und dem Zerfall der Donaumonarchie, stellte sich auch für Eisenstadt die Frage der zukünftigen Staatszugehörigkeit. Nach einem dreijährigen Ringen sollte das Burgenland am 28. August 1921, entsprechend den Friedensverträgen von St. Germain an Österreich übergeben werden.

Nachdem 1922 Ödenburg (Sopron) nach einer Volksabstimmung bei Ungarn verblieben war nahm der Landtag des neu gegründeten Bundeslandes in Eisenstadt die Arbeit auf.
Mit Beschluss vom 30. April 1925 wird Eisenstadt zum Sitz der Landesregierung und somit zur Landeshauptstadt.

1938 wurde das Burgenland auf die Reichsgaue Niederdonau und Steiermark aufgeteilt, wodurch Eisenstadt seine Landeshauptstadtfunktion verlor.

Am 28. August 1921

Nach einem dreijährigen Ringen sollte das Burgenland am 28. August 1921, entsprechend den Friedensverträgen von St. Germain an Österreich übergeben werden.

Nachdem 1921 Ödenburg (Sopron) nach einer Volksabstimmung bei Ungarn verblieben war nahm der Landtag des neu gegründeten Bundeslandes in Eisenstadt die Arbeit auf. 

Die Vertreibung der jüdischen Mitbürger

Die Vertreibung der jüdischen Mitbürger durch die Nazis gehörte zum düstersten Kapitel der Geschichte von Eisenstadt. Am 10.5.1944 wurde Eisenstadt schwer bombardiert.

1945 wurde Eisenstadt von Einheiten der Roten Armee eingenommen. Sitz der Landesregierung wird das Schloss Esterházy und Eisenstadt wird wieder Landeshauptstadt.

Mit dem Österreichischen Staatsvertrag endet 1955 die sowjetische Besatzungszeit.

1960 wird Eisenstadt Sitz der Diözese Burgenland, auch die evangelische Superintendentur AB wird nach Eisenstadt verlegt. Die nun folgenden Jahrzehnte waren erfüllt von einem wirtschaftlichen Aufschwung, der das Stadtbild veränderte.